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"Meine Welt" (Irene Schmidt)


Hallo Sportsfreunde ....

Mit diesen Seiten möchte ich mitteilen, welche Wünsche und Fähigkeiten Blinde im Alltag haben.

Sie dürfen sich hier einen Überblick verschaffen, durch Berichte und Fotos aus meiner Sicht.

Von Geburt an bin ich blind. Meine Mutter hatte während der Schwangerschaft Röteln. Zunächst ahnte keiner aus meiner Familie etwas von diesem Handicap. Da ich einen Zwillingsbruder habe der von der Beweglichkeit her, viel weiter war als ich, wurde man stutzig. Im Alter von zwei Jahren suchte man einen Augenarzt auf. Der dann bei mir einen vernarbten Sehnerv und einen angeborenen grauen Star feststellte.

Im ersten Moment war es für alle ein böses Erwachen aber da ich mit sieben Geschwistern aufwuchs, passte ich mich recht schnell ihnen an. Ging selbst auf Entdeckungsreisen bis sich mir mal hier und da ein Hindernis bot. Ich stellte schnell fest, dass es im Leben Hürden gibt, die man entweder überwinden oder anerkennen muss. Ich setzte mich bis heute gut durch. Den Satz, das kann ich nicht, gib es für mich nicht.

Nach mehreren Star-Operationen konnte ich bis zum 14 Lebensjahr noch Umrisse und Farben erkennen. Plötzlich von heute auf morgen erlosch auch dieses.

Da einige Fehloperationen vorhergegangen waren, konnten mir keine Ärzte mehr helfen. Mit einem Sehrest von Hell und Dunkel, muss ich mich bis an mein Lebensende abfinden.

Trotz dieses Handicaps, habe ich mich nie unterkriegen lassen. Ich führe mein Leben. Ich muss es meistern. Mein Sport hat mir dabei sehr, sehr geholfen. Er gibt mir immer wieder eine Selbstbestätigung. Ich kann mich besser anpassen, habe Kontakte mit Sehenden, die für mein Leben sehr von Nutzen sind, weil ich durch sie viel hinzulernen kann.

In den Jahren 1962-72 besuchte ich die Blindenschule Soest. Dort war ich internatsmäßig untergebracht, erlernte einen Beruf und einige Freunde kennen. Zur damaligen Zeit konnte man die Freundschaft in der Heimat nicht aufrecht erhalten, da fast nur die Möglichkeit bestand in den Ferien nach Hause zu fahren. Die Freundschaften aus dem Internat hingegen, bestehen heute noch. Darauf bin ich sehr stolz.

Am Ende meiner Schulzeit - mitten in der Prüfung - verstarb ganz plötzlich meine Mutter an Krebs. Da war ich mit den Nerven am Ende. Ich wollte ihr noch so viel beweisen. Dass ich eine Arbeitsstelle finden werden. Dass ich alleine, in einer eigenen Wohnung leben kann. Nein, das alles war jetzt nicht mehr möglich.

Nach anschließendem eigenen Krankenhausaufenthalt und erneuter Prüfung, ging doch alles wieder weiter in meinem Leben.

Jetzt begann ich mit meinem Sport: Schwimmen, Leichtathletik, Skilanglauf, Torball (hier schaffte ich es bis in die Nationalmannschaft), Tandemfahren, Bergsteigen, Volkstanz, Marathonlaufen. Informationen zu diesen Sportarten füllen die nachfolgenden Seiten meiner Homepage

In den 70er-Jahren gab es nicht sehr viel Auswahl an Berufsmöglichkeiten für Blinde. Masseur, Telefonist, Stenotypist, Phonotypist, Industriewerker - das war's auch schon fast.

Da ich aus gesundheitlichen Gründen, meinen Wunschberuf "Masseur" nicht erlernen konnte, entschloss ich mich als Telefonist zu arbeiten. Diesen habe ich dann doch sehr gerne ausgeübt, da ich viel Kontakt mit Menschen hatte.

Ich glaube behaupten zu dürfen, das ein Blinder in diesem Beruf ein besseres Einfühlungsvermögen hat, als ein Sehender. In der heutigen Computerzeit ist es aber sehr schwierig geworden, mit sehenden Kollegen mitzuhalten, da die Technik für den Blinden immer noch nicht ganz ausgereift ist. Vom Arbeitgeber werden immer mehr Leistungen gefordert, und auch von Kollegen wird ein schnelles Arbeiten erwartet.

Gesundheitliche Einschränkungen haben mich in den Kreis der Frührentner versetzt. Nun finde ich Zeit und Muße, für die Gestaltung dieser Homepage.